
Legasthenie und Dyskalkulie
Eine Lese-Rechtschreibschwäche (Legasthenie) oder eine Rechenschwäche (Dyskalkulie) kann zu Problemen in der Schule führen und enorm belastend für die Psyche sein. Deshalb ist es wichtig, diese Lerndefizite früh zu erkennen und zu behandeln.
Die Lernpraxis Fidelio erstellt auf Basis einer förderorientierten Eingangsdiagnostik ein ganzheitliches Förderkonzept, welches an die Bedürfnisse Ihres Kindes angepasst wird.
Ich begleite Ihr Kind mit einem therapeutischen, ganzheitlichen und bedürfnisorientierten Ansatz.

Was versteht man unter Legasthenie?
Die Begriffe Legasthenie, Dyslexie oder Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) werden häufig als Synonyme verwendet und bezeichnen überdurchschnittliche Schwierigkeiten im Erwerb des Wortlesens und/oder -schreibens. Die Lese-Rechtschreibfähigkeit eines Kindes mit LRS kann sich auffällig von den anderen erbrachten (schulischen) Leistungen unterscheiden. Da jedoch das Lesen und Schreiben ein wesentlicher Bestandteil des Lernens sind, können sich in der weiteren Schullaufbahn Auswirkungen in allen Schulfächern bemerkbar machen.
Zwischen 4 und 9 Prozent der Gesamtbevölkerung zeigen Schwierigkeiten mit dem Wortlesen. Das bedeutet, dass im Schnitt ein bis zwei Kinder mit LRS in einer Klasse sitzen.
Wie erkenne ich Legasthenie bei meinem Kind?
Erste Risikofaktoren einer LRS können sich bereits vor der Einschulung erkennbar machen.
Sehr häufig ist eine legasthene Symptomatik mit bestimmten Teilleistungsschwächen verknüpft, wie z.B. der auditiven Wahrnehmungsverarbeitung und/oder der Sprachlautverarbeitung (Phonologie). Kinder, die bereits im Kindergartenalter Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung zeigen, sollten gut beobachtet und unterstützend begleitet werden.
Meistens wird eine LRS erst beim Lesen- und Schreibenlernen in der Schule erkannt. Wenn nach einigen Monaten des Erstleseunterrichts einfache Buchstabenfolgen noch immer nicht zusammengelautet werden können, sind unterstützende Maßnahmen notwendig.
Personen mit LRS benötigen für einfache Leseaufgaben mehr als doppelt so viel Zeit und können auch meist den Sinn des Textes nur schwer erfassen. Daher entwickeln sie häufig eine starke Abwehrhaltung zum Lesen.
Aber auch Schwierigkeiten beim Schreiben von Buchstaben, Wörtern oder Sätzen gehören zu den typischen Merkmalen einer LRS. Das lautgetreue Schreiben funktioniert nicht und ähnlich geschriebene oder auch klingende Buchstaben werden verwechselt.
Wichtig zu wissen: Das Verwechseln der Buchstaben „d“ und „b“, sowie Linkshändigkeit haben sich in vielen Studien nicht als ausreichende Indikatoren für eine LRS erwiesen.
Was ist Dyskalkulie?
Die Begriffe Dyskalkulie, Rechenstörung und Rechenschwäche werden als Synonyme verwendet und bedeuten „Schwierigkeiten beim Rechnenlernen“.
„Kinder gelten dann als rechenschwach, wenn sie trotz adäquater Förderung und angemessenen Bemühens in ihrem kindlichen Denken mangelhafte Vorstellungen, fehlerhafte Denkweisen und dadurch ungeeignete Lösungsmuster für die mathematischen Grundlagen wie Zahlenaufbau und Grundrechenarten entwickeln.“ (Haider & Schaupp 2018, S.21)
Eine Rechenschwäche betrifft vor allem grundlegende Rechenfertigkeiten, wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division und weniger die höheren mathematischen Fertigkeiten, die für Algebra, Trigonometrie, Geometrie und Differential- sowie Integralberechnung benötigt werden.
Wichtig: Trotz normaler oder überdurchschnittlicher Intelligenz kann eine Dyskalkulie/Rechenstörung bestehen.
Wie erkenne ich Dyskalkulie bei meinem Kind?
Bereits im Kindergartenalter können sich Auffälligkeiten im Bereich der mathematischen Vorläuferfähigkeiten wie z.B. dem Zählen zeigen. Rechenschwache Kinder haben dadurch z.B. Probleme durch einen Zählprozess ein richtiges Ergebnis zu erlangen.
Aber auch Schwierigkeiten beim Ordnen von Dingen der Größe nach, oder dem Vergleichen von Mengen (z.B. „gleich viel“; „weniger“ oder „mehr“) gelten als mögliche Symptome im Vorschulalter.
Im schulischen Zusammenhang haben rechenschwache Kinder Schwierigkeiten, das zählende Rechnen (z.B. mit Fingern) abzulösen. Die Zuordnung von Mengen und Zahlen bereitet Probleme und der Erwerb von Rechenfakten dauert auffallend lange. Sehr oft wird eine Rechenschwäche erst dann erkannt, wenn die Zehnerunter- und Zehnerüberschreitung nicht überwunden werden kann.
Zahlendreher beim Lesen und Schreiben mehrstelliger Zahlen gehören ebenso zu den typischen Merkmalen.
Kinder mit einer Rechenschwäche haben entweder keine Strategie zur Lösung mathematischer Probleme oder entwickeln „eigene Wege“, mit der sie versuchen zu Lösungen zu kommen.
Dyskalkulie oder Rechenschwäche sind ebenfalls häufig mit bestimmten Teilleistungsschwächen verknüpft und können z.B. die Bereiche der visuellen und/oder räumlichen Wahrnehmungsverarbeitung betreffen.
Was kann ich als Elternteil tun, um meinem Kind bei einer Rechen- oder Lese-Rechtschreibschwäche zu helfen?
Vermute ich als Elternteil eine mögliche Rechen- oder Lese-Rechtschreibschwäche, so bedarf es einer professionellen Abklärung und Beratung durch eine Fachkraft. Bei einem positiven Ergebnis, wird nicht nur mit dem betroffenen Kind gearbeitet, sondern auch die Eltern geschult.
Liegt tatsächlich eine Rechenschwäche oder LRS vor, kann das eine sehr belastende Situation für Eltern und Familie bedeuten. Schule und Lernen wird als sehr herausfordernd erlebt und führt häufig zu Überforderung.
Das müssen Sie, als Familie, aber nicht allein schaffen!
Es ist wichtig, dass jedes Kind mit LRS oder Rechenschwäche eine geeignete, auf seine individuellen Lern- und Lebensbedingungen zugeschnittene Förderung erhält.
Suchen Sie sich Unterstützung, informieren Sie sich und lassen Sie sich beraten.
Vergessen Sie vor allem eins nicht: Schule ist zwar wichtig, aber nicht das Wichtigste im Leben Ihres Kindes. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber und machen Sie ihm seine Stärken bewusst.
Pädagogische Diagnostik
Um Ihr Kind bestmöglich und nach individuellem Leistungsstand fördern zu können, ist eine detaillierte Diagnostik unumgänglich. Je nach Alter und Vorstellungsgrund werden unterschiedliche pädagogische Testungsverfahren angewendet. Die Ergebnisse dienen als Grundlage, worauf der ganzheitliche Trainingsplan aufbaut.